Tischtennis Regeln
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Internationale Tischtennis Regeln
TEIL A
TEIL B
Zugelassene: Beläge , Tische, Bälle , Netze, Kleber
Wettspielordnung u.v.m aus dem BTTV
Die Geschichte des Tischtennis
Im Olympia-Lexikon wird Tischtennis als "ein Ballspiel, bei dem ein Zelluloidball mit einem Schläger auf einem Tisch über ein Netz hin- und hergespielt wird", beschrieben. Als hilfreicher Zusatz wird erwähnt, dass "die Fehler der Spieler gezählt werden."
Für jeden Tischtennisspieler muss es ein Schlag ins Gesicht sein, dass "sein" Sport auf diese zwei lächerlichen Sätze beschränkt wird. Tischtennis ist natürlich weit mehr als das. Doch über die Entstehung dieser Sportart ist recht wenig bekannt. Ich versuche auf dieser Seite, die Entwicklung des Spiels von seinen Anfängen bis hin zur heutigen Zeit nachzuvollziehen. Die Geschichte des Tischtennis wird in den nächsten Wochen erweitert und vervollständigt.
1) Wie alles begann
Tischtennis entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in Indien und verbreitete sich schnell nach England. Gespielt wurde vorwiegend in den Anwesen der englischen High Society. Das Spiel verlagerte sich im Laufe der Zeit von draußen nach drinnen. Aus Tennis wurde Tischtennis. Doch vorher wurde im Jahre 1874 von dem englischen Major Walter Clopton Wingfield das sogenannte "spharistike" auf den Markt gebracht. Dabei handelte es sich um nichts anderes als einen Holzkasten. Dieser enthielt die Spielregeln und Zubehör, das benötigt wurde um das Netz auf englischem Rasen zu befestigen. Nun stellte sich nur noch eine Frage: Was ist mit dem Ball? Anfangs verwendete man einen Gummiball mit Flanellüberzug. Dieser besaß gute Flugeigenschaften, konnte allerdings nur bei schönem Wetter verwendet werden. Dennoch eroberte "spharistike" schnell die englischen Gärten und wurde schließlich in "Lawn-Tennis" ("Rasen-Tennis") umbenannt.
2) Tischtennis wird zum Wohnzimmersport
Die heutige Art Tischtennis zu spielen, haben wir dem häufigen Regengüssen in England zu verdanken. Der Sport wurde immer häufiger auf den Esszimmertisch verlegt. Das netz wurde durch eine zwischen zwei Flaschen oder Stühle gespannte Schnur ersetzt. In den Universitäten sollen Studenten Bücherreihen in der Mitte des Tischs aufgestellt haben. Man spielte mit Federballschlägern oder, wenn diese nicht aufzutreiben waren, mit Büchern, Zigarettenschachteln, ja sogar mit Bratpfannen. So nahm Tischtennis seinen Weg von draußen nach drinnen. Aus "Rasen-Tennis" wurde "Raum-Tennis".
Ein Tischtennisspiel im Wohnzimmer
3) "Raum-Tennis" entwickelt sich zu "Ping-Pong"
Wurde bisher noch mit einem flanellüberzogenen Gummiball gespielt, sollte sich das 1890 ändern. Der englische Ingenieur Gibb erfand den Zelluloidball. Ein Meilenstein in der Tischtennishistorie. Der erstmals 1878 angewandte Begriff "Ping-Pong" (zurückzuführen auf die Geräusche des Balls beim Spiel) verdrängte die Bezeichnung "Raum-Tennis" zunehmend. Tischtennis war nunmehr als gesellschaftliches Unterhaltungsspiel etabliert. Als Wettkampfsport setzte es sich jedoch erst nach dem 1. Weltkrieg durch.
4) Die Erfindung der Gummibeläge
Zum Tischtennisspiel, wie wir es heute kennen, fehlte noch ein wichtiger Schritt: Die Erfindung der Gummibeläge. Während eines Turniers im Jahre 1920 quälten den englischen Spieler Good schlimme Kopfschmerzen. Um weiterspielen zu können, begab er sich in eine Apotheke, um Tabletten zu kaufen. Sein Wechselgeld bekam er auf einer kleinen Gummimatte mit Noppen zurück. Diese brachte ihn auf eine revolutionäre Idee. Good besorgte sich zwei dieser Gummimatten und klebte sie auf seinen Schläger. Das Turnier konnte er übrigens auch fortsetzen: Er gewann es am nächsten Tag mithilfe seiner Erfindung. In den folgenden Jahren gelang es nur noch wenigen Spielern mit Holz- oder Korkschlägern, einen solchen Erfolg zu feiern. Seit dieser Zeit veränderte sich Tischtennis nur noch geringfügig und auch die Regeln von damals werden bis heute angewandt.
5) Die ITTF wird gegründet
Nun, da sich Tischtennis auch als Wettkampfsport immer größerer Beliebtheit erfreute und bereits nationale Verbände gegründet worden waren, war es an der Zeit, einen internationalen Dachverband ins Leben zu rufen. Zu diesem Zweck trafen sich 1926 in Berlin Vertreter der nationalen Verbände Österreichs, Ungarns, Englands, Schwedens und Deutschlands u. a. und hoben die Internationale Tischtennisförderation ITTF aus der Taufe. Als erste Maßnahme wurde die Durchführung einer internationalen Meisterschaft, zunächst einer Europameisterschaft, beschlossen. Diese fand noch im selben Jahr statt.
6) Eine Europameisterschaft mit Beteiligten aus der ganzen Welt
Kurz vor Beginn der europäischen Titelkämpfe bekamen die Veranstalter ein Problem. Neben zahlreichen Spielern aus europäischen Mitgliedsverbänden, hatte auch ein in England lebender Inder um die Teilnahmeberechtigung gebeten. Diese wollte man ihm nicht verweigern und machte aus der Europameisterschaft kurzerhand eine Weltmeisterschaft. Im Endspiel standen sich zwei Ungarn gegenüber: Roland Jacobi und Zoltan Mechlovits. Jacobi spielte sich gerade warm. Dabei trug er eine lange Hose, ein weißes Hemd und eine Fliege. Auf die Bemerkung, dass er ja in diesem Aufzug kein WM-Endspiel bestreiten könne, meinte er nur, dass er noch nie in kurzen Hosen aufgetreten wäre und das auch heute nicht zu tun gedenke. Zu Spielbeginn nahm er einzig und allein seine Fliege ab und schlug seinen Landsmann im Anschluss mit 3:0. Damit war war ein Ungar mit Bügelfaltenhose der erste Tischtennisweltmeister.
7) Europa dominiert das TT-Geschehen
In den folgenden Jahren 25 Jahren verlief die Tischtennisgeschichte in recht ruhigen Bahnen. Die jährlich ausgetragenen Weltmeisterschaften wurden bei den Damen fast ausschließlich von Spielern aus Süd-Ost-Europa dominiert. Überragende Spielerinnen von 1926-1956 waren vor allem die Ungarinnen Maria Mednyanszky (Weltmeisterin 1926-1931) und Gizella Farkas (Weltmeisterin 1947-1949) sowie die sechsmalige Weltmeisterin Angelica Rozeanu aus Rumänien. Im Herrenbereich standen die Ungarn (z.B. Viktor Barna) seit jeher in starker Konkurrenz zu den Engländern (Richard Bergmann, John Leach). Doch 1951 brach mit Hiroji Satoh der erste Japaner in diese Phalanx ein und war damit der Vorbote für die bis heute andauernde asiatische Tischtennisdominanz.
8) Eine Materialrevolution aus Japan
Diese Dominanz wurde durch eine bahnbrechende Belagsentwicklung in Japan eingeläutet: Man begann mit Schaumstoffmatten zu experimentieren und vollendete diese Entwicklung schließlich. Daraufhin erreichten die Bälle bisher unvorstellbare Geschwindigkeiten und die Japaner katapultierten sich quasi zur Tischtennismacht Nummer 1. Zu Beginn der zwanziger Jahre erlebte das Tischtennis einen Imageverlust, da alle Spieler jeden Fehler vermeiden wollten und ein Ballwechsel durch übertrieben sicheres Spiel mitunter zwei Stunden andauern konnte. Die ITTF-Oberen befürchteten eine erneute Periode der Langweile, da das neue japanische Spiel zwar schnell, aber auf seine Weise ebenso eintönig war.
9) Unsere heutige Spielweise entsteht
Daher verbot man die neuen Beläge und beschränkte die Gesamtdicke der Beläge auf 4 mm. Zudem wurde Schaumstoff als Oberbelag verboten und so der Weg zu den heute üblichen Belägen mit Schaumstoffunterlage und Obergummi gewiesen. Im Zuge dessen entwickelte sich auch das heutige Offensivspiel, das ebenfalls von den Japanern geprägt wurde. Sie erfanden einen Schlag der den Europäern zunächst arge Probleme bereitete: den Topspin. Irgendwann konnten die europäischen Spieler wieder zu den Asiaten aufschließen. Doch das dauerte seine Zeit. Zwischen 1954 und 1989 kamen bis auf eine Ausnahme alle Weltmeister aus Asien.